Schleswig-Holstein: 100 Prozent Versorgung mit Ökostrom in Aussicht

26. Mai 2014

Schleswig-Holstein: 100 Prozent Versorgung mit Ökostrom in Aussicht

Am 21. Mai stellte Schleswig-Holsteins Energieminister Robert Habeck (Grüne) eine durch sein Ministerium in Auftrag gegebene Studie der Pöyry Deutschland GmbH vor, die das Potenzial der Erneuerbaren Energien und eine Prognose der zu erwartenden Erzeugungsleistung in Schleswig-Holstein zum Gegenstand hat.

Die Ausbauprognose wurde auf Basis der aktuell ausgewiesenen Windeignungsgebiete und der noch verbliebenen Weißflächen, bereits beantragter Projekte sowie des zu erwartenden Repowerings erstellt. Für das Repowering kommen 897 Anlagen, die bis 2023 eine Betriebszeit von 20 Jahren erreicht haben werden in Frage. Sie haben eine gemeinsame installierte Leistung von 1,1 GW und können durch 2,5 GW ersetzt werden, was weit mehr als eine Verdopplung der Leistung auf gleicher Fläche bedeutet.

Die Schwerpunkte des Zubaus liegen in den Kreisen Ostholstein, Nordfriesland, Dithmarschen, Schleswig-Flensburg und Rendsburg-Eckernförde. Die Prognose bezieht auch Erkenntnisse aus der historischen Entwicklung, mögliche begrenzende Faktoren durch Technik, Wirtschaft oder Politik und die zu erwartende Steigerung der mittleren Anlagenleistung mit ein. So leistete eine durchschnittliche WEA im Jahr 1995 500 KW. 2023 werden es 3,3 MW sein.

Minister Habeck stellte fest, dass Schleswig-Holstein in diesem Jahr den Strombedarf zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien decken kann, wenn es sich um ein mindestens durchschnittliches Windjahr handelt. Er rechnet damit, in den nächsten zehn Jahren den Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch auf mindestens 300 Prozent zu steigern. Damit würde Schleswig-Holstein als führender Windenergiestandort einen Anteil von rund 8 Prozent der Stromnachfrage in Deutschland abdecken.

Um mit dem hohen Tempo der Energiewende in Schleswig-Holstein mithalten zu können, haben die Behörden in Schleswig-Holstein das Personal zur Bearbeitung von Genehmigungsanträgen bereits aufgestockt.

Die Studie und die daraus resultierenden Ausbauerwartungen werden auch Grundlage für die weiteren Netzausbauplanungen der Bundesnetzagentur sein. "Die Daten zeigen, dass die Planungen auf einem guten Weg sind. Es muss immer gelten: So viel Netzausbau wie nötig, so wenig wie möglich", betonte Habeck.

Tags zum Artikel: Bundesländer, Genehmigung, Onshore, Potenziale, Repowering, Windenergie



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Quelle: www.wind-energie.de/infocenter/meldungen/2014/schleswig-holstein-100-prozent-versorgung-mit-oekostrom-aussicht