Albig: In der Sache gehe ich keinem Streit aus dem Weg

25. Januar 2014

Albig: In der Sache gehe ich keinem Streit aus dem Weg

 Auf dem Neujahrsempfang des Bundesverbandes Windenergie und der ARGE Netz bekannte sich die Landesregierung klar zur Energiewende. Bezahlbar bleibt sie nur durch die Windenergie aus Schleswig-Holstein.

Hermann Albers (BWE), Ministerpräsident Torsten Albig, Dr. Martin Grundmann (ARGE Netz), © BWE/ARGE Netz/Andreas.Birresborn

Simonsberg. Rund 200 Vertreter der Windindustrie hörten gestern Abend im Kieler Landeshaus einen kämpferischen Ministerpräsidenten. Dieser bekam von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel durch den Merseberger Kabinettsbeschluss zur Energiewende dafür eine Steilvorlage. Die Große Koalition beschloss am 22.01.2014, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung und den Ausbau der Windenergie an Land zu deckeln. Dadurch können die Erneuerbaren Energien den Wegfall der Atomkraftwerke im Jahr 2022 nicht mehr kompensieren. Atomenergie soll stattdessen durch Kohleenergie ersetzt werden.

Ohne die schleswig-holsteinische Windenergie sei der Atomausstieg nicht zu schaffen, betonte Albig mehrmals. Dass er damit mit dem Bundeswirtschaftsminister über Kreuz liegt, stört ihn kaum: „Wenn es um die Energieversorgung Deutschlands durch Erneuerbare Energien geht, gehe ich in der Sache keinem Streit aus dem Weg, denn wir haben die richtigen Argumente. Die Windenergie an Land zeigt, wie man es richtig macht. Wir sind diejenigen, die die Energiewende in Deutschland zum Erfolg führen“, so der Ministerpräsident als Antwort auf die Frage des gut informierten Moderators Carsten Kock, RSH.

Dass die Energieversorgung der Zukunft nur durch die Windenergie an Land für die Verbraucher bezahlbar bleibt, machte Hermann Albers, Landesvorstand des BWE an harten Zahlen deutlich. Die Politik solle aufhören mit der Mär, die Vergütung für sauberen Windstrom für gestiegene Strompreise verantwortlich zu machen. Dies hat der BWE mehrfach vorgerechnet. Eine jüngst vom Verband in Auftrag gegebene Studie mache deutlich, dass man auch in keiner Weise von einer Überförderung der Windmüller im Land reden könne. „Gern stellt sich die Industrie dem Spiel der Märkte“, so Albers, „aber wir brauchen einen Marktplatz, auf dem die gleichen Spielregeln für alle gelten.

Während bei den konventionellen Energieträgern unbezifferte volkswirtschaftliche Kosten entstehen, müssen die Windmüller für alle Kosten von der Genehmigung bis zum Rückbau grade stehen“. Als „geradezu zynisch“ bezeichnete Albers das Wort „Vertrauensschutz“ im Eckpunktepapier aus dem Wirtschaftsministerium. Bestandsanlagen seien demnach von den geplanten Änderungen ausgenommen, wenn sie bis zum 22. Januar eine Genehmigung hatten. Im Koalitionsvertrag war noch von Ostern die Rede. Laut den beiden schleswig-holsteinischen Bundestagsabgeordneten Nina Scheer (SPD) und Ingbert Liebing (CDU) war das nicht der einzige Verstoß gegen den Koalitionsvertrag.

Dr. Martin Grundmann, Geschäftsführer der ARGE Netz, betonte die Leistungsfähigkeit der Branche, für die die Marktintegration und die Systemverantwortung nichts Neues sei. Noch in diesem Jahr wird die ARGE Netz das erste erneuerbare Kraftwerk in Schleswig-Holstein bauen. Durch diese Art Kraftwerke wird es möglich sein, auch die Stadt Hamburg mit erneuerbaren Strom zu versorgen. „Wir brauchen endlich einen freien Zugang zu einem fairen Markt“, so Grundmann, „die Marktregeln entsprechen noch immer dem einer zentralistisch organisierten Energieerzeugung.“

Ministerpräsident Albig machte den Zuhörern noch einmal Mut: „Im Verbund mit den anderen Norddeutschen Ländern sind wir eine starke Stimme in Berlin. Wenn wir gemeinsam diese Stimme erheben und sagen: ohne uns werdet ihr scheitern, kann ich mir nicht vorstellen, nicht gehört zu werden.“

Kontakt:
Bundesverband WindEnergie e.V., Landesbüro Schleswig-Holstein, Nicole Knudsen 
Telefon: 04841 66 32 10 E-Mail: sh@bwe-regional.de

Tags zum Artikel: Bundesländer, EEG, Energiepolitik, Energiewende, Verband, Windenergie



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Quelle: www.wind-energie.de/infocenter/meldungen/2014/albig-der-sache-gehe-ich-keinem-streit-aus-dem-weg