Windenergie auf Halde?

05. September 2013

Windenergie auf Halde?

Am 26. August machte die WindRAD-Tour des Bundesverbandes WindEnergie Halt in Nordrhein-Westfalen. Auf seiner 2.900 km langen Route quer durch Deutschland absolviert der Potsdamer Rennradfahrer Sebastian Bock rund 320 km im Land, um diverse Energiewendeprojekte der Region zu erkunden. Erstes Etappenziel in Nordrhein-Westfalen lautete Herten sowie im Anschluss das nahe gelegene Gladbeck.

Sebastian Bock, Klaus Schulze Langenhorst und Ulrich Carow

Wie kann die Energieversorgung des energieintensiven NRW aussehen, wenn 2018 die letzte Steinkohle vom Band rollt? Dazu sprach der Fahrer der WindRAD-Tour Bock in Herten mit Klaus Schulze Langenhorst, Landesvorstand des Bundesverband Windenergie in NRW, Ulrich Carow, Bereichsleiter Umwelt beim Regionalverband Ruhr, und Nils lütke Zutelgte, Pressesprecher beim Landesverband Erneuerbare Energien NRW.

Um den Wandel von der Kohleverstromung hin zu einer sauberen und nachhaltigen Energiegewinnung zu erreichen, verfolgt die hiesige Landesregierung das Ziel, den Windenergieanteil am Stromverbrauch bis 2020 auf 15 Prozent zu erhöhen. Eine Möglichkeit, die dafür dringend benötigte Technologie zu errichten, sieht Klaus Schulze Langenhorst in der Nutzung alter Bergehalden als Standorte für Windenergieanlagen. Dafür müsse aber zunächst sichergestellt sein, dass die Halde von ihrer Beschaffenheit her geeignet ist, betont Ulrich Carow vom Regionalverband Ruhr. Nicht jede Halde sei prinzipiell für die Errichtung von Windenergieanlagen geeignet.

Auf der Halde Hoppenbruch in Herten steht seit 1997 eine 67 Meter hohe Windenergieanlage und versinnbildlicht damit den Beginn eines neuen Energiezeitalters in Nordrhein-Westfalen. Was den Ausbau der Windenergie im Revier betrifft, sieht Klaus Schulze Langenhorst Synergieeffekte mit den umliegenden Regionen: „Auch im Ballungsgebiet an der Ruhr treiben wir die Energiewende voran, mit viel Fleiß, Kreativität und dem Blick fürs Ganze“, erklärt Schulze Langenhorst. Im Zusammenspiel mit den umliegenden Regionen, so der Chef des Landesverbands, würde das Ruhrgebiet eine wirkungsvolle Symbiose für den Ausbau einer zukunftsorientierten Energieversorgung eingehen: „Das Umfeld des Ruhrgebiets nutzt sein Flächenpotenzial zur Grünstromproduktion, das energieintensive Ruhrgebiet ist dankbarer Abnehmer des Stroms.“

Im Anschluss ging es für WindRAD-Fahrer Sebastian Bock und Klaus Schulze Langenhorst ins benachbarte Gladbeck. Mit dem Unternehmen SL Bürgerenergie Gladbeck hat Schulze Langenhorst in Kooperation mit der Stadt dort im Jahr 2011 30 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 1,7 Megawatt errichtet – eine davon auf dem Dach der Feuerwehr. Die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Gladbeck hat die Umsetzung des Projekts, an dem auch die Bürger beteiligt sind, befördert: „Eine enge Zusammenarbeit zwischen Projektplanern und Gemeinden wie hier in Gladbeck kann den Ausbau der Erneuerbaren Energien deutlich vereinfachen. Über die Gemeinde gewinnen die Planer lokale Akteure wie zum Beispiel Stadtwerke, soziale Einrichtungen oder auch die Feuerwehr als Partner. Das schafft Synergien und mehr Miteinander bei der Umsetzung der Energiewende vor Ort“, so Schulze Langenhorst.

Für WindRAD-Fahrer Bock geht es nun Richtung Siegerland. Dort besichtigt er die vom Sturm Kyrill im Jahre 2007 zerstörten Waldflächen, die künftig ebenfalls Standorte für die Gewinnung regenerativer Energien sein sollen.

Die WindRAD-Tour 2013 des Bundesverbands WindEnergie

Unter dem Motto „Wind bewegt“ wird der Fahrer der WindRAD-Tour, der Potsdamer Radsportler Sebastian Bock, über 2.900 Kilometer durch Deutschland zurücklegen. Die Streckenlänge symbolisiert das bundesweite Ausbauziel der Windenergiebranche für das Jahr 2013. Jeder Kilometer steht für ein Megawatt. „An über 30 Tourstationen in ganz Deutschland werden wir zeigen, wie intensiv die Windenergie-Branche an der Umsetzung der Energiewende arbeitet, wer uns dabei unterstützt und wie die Projekte den Menschen vor Ort nutzen“, so Sylvia Pilarsky-Grosch, Präsidentin des BWE.

Vor Ort wird Bock aktive Unterstützer der Windenergie treffen und mit ihnen einen Teil der Strecke gemeinsam absolvieren. In seinem Online-Reisetagebuch berichtet er dann künftig regelmäßig in Wort und Bild über seine Erlebnisse. Mit der WindRAD-Tour will der BWE eine breite Öffentlichkeit auf die Bedeutung und die Leistungsfähigkeit der Branche in Deutschland aufmerksam machen. „Die Windenergie ist ein Zugpferd des Gemeinschaftsprojektes Energiewende. Das wollen wir in den kommenden Monaten anhand von Beispielen aus ganz Deutschland wieder stärker vor Augen führen. Gerade jetzt, da vielerorts mit teilweise hanebüchenen Aussagen Angst vor Blackouts und explodierenden Strompreisen geschürt wird, ist es wichtig zu zeigen, welchen Beitrag die Windenergie zur Versorgungssicherheit in Deutschland leistet und wie sehr die Windenergie bereits in der Gesellschaft verwurzelt ist“, erklärt BWE-Präsidentin Pilarsky-Grosch.

Die Reiseberichte, den Routenplan sowie Fotos und Videos von der WindRAD-Tour 2013 finden Sie unter www.windbewegt.de und auf Facebook unter https://www.facebook.com/ErneuerbareEnergiewendeJetzt.

Bildmaterial finden Sie hier.

Pressekontakte:
Nils lütke Zutelgte, Landesverband Erneuerbare Energien NRW e.V.
Telefon: 0211 / 15961397, E-Mail: nils.luetke.zutelgte@lee-nrw.de
Ina Kietzmann, Bundesverband WindEnergie e.V., Telefon: 030 / 212341-256
E-Mail: i.kietzmann@wind-energie.de

Tags zum Artikel: Bundesländer, Energiewende, Potenziale, Windenergie



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Quelle: www.wind-energie.de/infocenter/meldungen/2013/windenergie-auf-halde