Strompreisdebatte, Netzausbau und Wahlen

29. Januar 2013

Strompreisdebatte, Netzausbau und Wahlen

Simonsberg. Eigentlich sollten die 380 kV-Ostküstenspange und die Wahlen auf der gestrigen Mitgliederversammlung des Regionalverbandes im Bundesverband Windenergie (BWE) im Vordergrund stehen, dann kam es doch anders. Die Äußerungen, die Bundesumweltminister Altmaier zu den beabsichtigten EEG-Kürzungen machte, sorgten für eine rege Diskussion im Regionalverband Ostholstein.

„Von den 5,28 Cent pro Kilowattstunde für die EEG-Umlage beträgt der Anteil zur Förderung der Erneuerbaren Energien sowieso nur 2,1 Cent“, so Nicole Knudsen, Leiterin des BWE Landesbüros in ihrer Begrüßung, „und die Umlagen für die Windenergie an Land betragen gerade einmal 0,21 Cent. Kürzungen hätten hier keinerlei Einfluss auf den Strompreis, würden jedoch zum Investitionshemmnis.“

Dies machte auch Tobias Goldschmidt deutlich, Referent im Energiewendeministerium. Er betonte die Relevanz der Erneuerbaren Energien für die Wertschöpfung im Land. Rund 14.000 Menschen arbeiten schon heute in der Branche, mit rund 100 Millionen Euro Gewerbesteueraufkommen rechnen Branchenkenner in den nächsten Jahren.

Trotz des hohen Anteils an Windenergie ist Schleswig-Holstein aber nicht der größte Empfänger von EEG-Zahlungen. Saldiert ist Bayern mit rund einer Milliarde Euro das größte Nehmerland der Ökostromförderung. Schleswig-Holstein folgte weit abgeschlagen mit rund 380 Millionen Euro auf Platz zwei.  Goldschmidt betonte, dass die Stromkosten in den nächsten Jahren ohne die Erneuerbaren Energien durch vermiedene Umweltschäden oder Energieimporte noch schneller ansteigen würden.

Dann kam das Thema doch noch auf den Netzausbau. Während die Mittelachse und die Westküstentrasse im Netzentwicklungsplan aufgenommen wurden, hatte die Bundesnetzagentur die beiden Leitungen von Göhl nach Kiel und Lübeck gestrichen. Neue Kapazitätsprognosen sollen eine Wiederaufnahme der sogenannten Ostküstenspange im kommenden Netzentwicklungsplan ermöglichen.

Einer Studie der Landesregierung zur Folge wurden im Zeitraum von 2009 bis 2011 1,3 bis 2,9 Prozent der erzeugten Strommenge aufgrund fehlender Netze nicht eingespeist. Trotzdem sei die Windenergie in Schleswig-Holstein nach wie vor die günstigste Strom-Erzeugungsart.  

Nach diesen emotional diskutierten Themen waren die anschließenden Wahlen des Regionalverbandes dann kurz und sachlich.

Jeweils ohne Gegenstimme wurden folgende Personen gewählt:

Clemens Clausen, Vorsitzender
Jan Brodersen, Stellvertretender Vorsitzender
Eike Brandes, Schriftführer

In den Beirat wurden berufen:
Dr. Klaus Rave
Dr. Martin Haake
Walter Eggersglüß

Kontakt:
Bundesverband WindEnergie e.V. , Landesbüro Schleswig-Holstein, Nicole Knudsen              
Querweg 4, 25813 Simonsberg, Telefon: 04841 66 32 10,  Telefax: 04841 66 32  09
E-Mail: sh@bwe-regional.de

Tags zum Artikel: Bundesländer, Bundesregierung, Verband, Windenergie



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Quelle: www.wind-energie.de/infocenter/meldungen/2013/strompreisdebatte-netzausbau-und-wahlen