Neu gewählter BWE-Landesvorstand in Rheinland-Pfalz: Koalitionsvereinbarung belastet erneuerbare Energien

05. Dezember 2013

Neu gewählter BWE-Landesvorstand in Rheinland-Pfalz: Koalitionsvereinbarung belastet erneuerbare Energien

Auf seiner konstituierenden Sitzung beschäftigte sich der neu gewählte Landesvorstand des Bundesverbands Windenergie mit den Plänen der möglichen großen Koalition. „Wir wollen die Energiewende naturverträglich gestalten und zugleich die hierfür notwendigen Verfahren und dafür geeigneten Strukturen schaffen“, dies steht auf Seite 61 der Koalitionsvereinbarung und könnte auch von uns unterstützt werden, sagt der wieder gewählte Landesvorsitzende Wilhelm Heyne.

Ciro Capricano, W. Heyne (Vorsitzender),  Werner Vogt,  Matthias Boller (stv. Vorsitzender), Werner Schwarz,  Robert Kölsch, Dieter Berg (Schriftführer)

„Auf den Seiten 49 bis 59 wird jedoch erläutert, dass dies einseitig zu Lasten und auf Kosten der vor allem vom Bürger getragenen erneuerbaren Energien gehen soll. Ein Beitrag der fossilen Energieträger wird mit keinem Wort erwähnt. Dies bedeutet, dass diese ohne Einschränkungen produzieren bzw. ihre Produktion sogar noch erhöhen können, statt sie auf das notwendige Maß zurückzufahren.“

„Fossile Energieträger sind wertvolle Rohstoffe für Pharmazie und chemische Industrie. Wir brauchen als erstes ein nachhaltiges Ressourcenmanagement, damit wir die fossilen Energieträger so sparsam einsetzen wie möglich, ihre Verfügbarkeit erhalten und nicht die Atmosphäre weiter aufheizen“ so der stellvertretende Vorsitzende des RV  Rheinland-Pfalz, Matthias Boller.

Es darf nur soviel Strom aus Kohle und Braunkohle produziert werden wie nötig, jede Überproduktion muss mit einer Fehlproduktionsabgabe belegt werden. Stattdessen werden die regenerativen Energien, die praktisch ohne Ressourcenverbrauch bereitgestellt werden, mit der EEG-Umlage belastet, um sie künstlich zu verteuern. Zudem sollen die Einspeisevergütungen für den heute schon preiswerten Windstrom an Land gekürzt und teuerer Windstrom auf See weiter gefördert werden.

Die dafür notwendigen Netze sollen dann über Steuergelder finanziert werden. „So kann man weder eine erfolgreiche Energiewende betreiben noch die Bürger daran beteiligen“, erläutert Matthias Boller. „Wir müssen die dezentrale Energieversorgung an Land fördern, dann brauchen wir auch keinen massiven Netzausbau. Über so genannte virtuelle Kraftwerke lässt sich heute schon das Stromangebot bedarfsgerecht ohne großen Speicherbedarf steuern. Wir müssten nur die bereits vorhandene Regeltechnik einsetzen, meint Wilhelm Heyne weiter. In der Bilanz sind die Vorgaben aus der Koalitionsvereinbarung volkswirtschaftlich bedenklich und werden zu Arbeitsplatz- und Einkommensverlusten für die breite Bevölkerung führen. Nur wenn man eine faire Lasten- und Nutzenaufteilung durchführt, wird die dringend notwendige Energiewende praktisch und erfolgreich umzusetzen sein.

Der BWE Rheinland-Pfalz möchte hierzu seinen Beitrag leisten und die Herausforderungen sowohl verbandsintern angehen als auch der Öffentlichkeit die Zusammenhänge verdeutlichen. Der neue Landesvorstand wird dazu die Themenschwerpunkte und Ansprechpartner festlegen.

Ansprechpartner:
Matthias Boller, Wilhelm Heyne, Tel: 02602-6747670

Tags zum Artikel: Bundesländer, Energiepolitik, Energiewende, Windenergie



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Quelle: www.wind-energie.de/infocenter/meldungen/2013/neu-gewaehlter-bwe-landesvorstand-rheinland-pfalz-koalitionsvereinbarung