Koalitionsvertrag gefährdet über 50 Prozent der potenziellen Windstandorte in NRW

03. Dezember 2013

Koalitionsvertrag gefährdet über 50 Prozent der potenziellen Windstandorte in NRW

Diskussionen auf zweiten Windenergietagen drehen sich um Koalitionsvertrag. Projektierer, Planer und Betreiber in großer Sorge. BWE NRW Vorsitzender Schulze Langenhorst: Mehr als 50 Prozent der potenziellen Windstandorte in NRW würden nicht mehr bebaut.

Teilnehmer des Windbranchentages NRW in Bad Driburg

Bad Driburg.  Auch der zweite Tag der  Windenergietage NRW 2013 vom 28. bis zum 29. November steht unter den Eindrücken des Koalitionsvertrages zwischen CDU/CSU und SPD. Klaus Schulze Langenhorst, Vorsitzender des Landesverbandes NRW des Bundesverbandes WindEnergie (BWE NRW) fasst die Stimmung der Planer, Projektierer und Betreiber von Windenergieanlagen zusammen: „Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass nur noch Standorte mit mehr als 75 Prozent des Referenzwertes gefördert werden sollen. Die Begrenzung des Windenergieausbaus wird mit großer Sorge intensiv diskutiert.“

Im Mittelpunkt stehe die Frage, was die Reduzierung für den Ausbau der Windenergie in Nordrhein-Westfalen bedeute. Schulze Langenhorst: „Wenn das Vorhaben so umgesetzt wird, könnten mehr als 50 Prozent der potenziellen Windstandorte in NRW nicht mehr bebaut werden! Dadurch ist die Entstehung von Arbeitsplätzen in Gefahr und der Jobmotor Energiewende wird abgewürgt!“ So lägen deutschlandweit etwa 60 Prozent der zwischen 2009 und 2011 gebauten Windenergieanlagen unter dem Referenzertrag von 75 Prozent. Der BWE NRW-Vorsitzende appelliert an die Rot-Grüne Landesregierung sich für die Windenergie und die Energiewende in NRW einzusetzen: „Die Landesregierung muss dafür sorgen, dass der nun im Koalitionsvertrag abgesteckte Rahmen für eine EEG-Reform im Sinne der Windenergie und der Energiewende ausgestaltet wird!“

Veranstaltungen wie die Windenergietage NRW seien für die Branche gerade in diesen Zeiten extrem wichtig: „Es hilft uns die Stimmung der Beteiligten zu erfassen. Das ist für uns als Verband sehr hilfreich, um die nächsten Schritte im Ringen um das Gelingen der Energiewende zu planen“, so Schulze Langenhorst. Schon jetzt zog er ein positives Resümee: „Wir freuen uns auf die nächsten Windenergietage 2014!“ Neben Diskussionen zum Koalitionsvertrag konnten die rund 350 Besucherinnen und Besucher an Vorträgen und Präsentationen zu branchenrelevanten Themen teilnehmen. Dazu gehörten aktuelle Rechtsfragen bei der Planung und Umsetzung von Windenergieanlagen ebenso, wie die neuesten Entwicklungen zum Thema Artenschutz und Windenergie. Der Artenschutz stand auch bei der Podiumsdiskussion, die den Abschluss der Veranstaltung darstellte, im Mittelpunkt.

Tags zum Artikel: Bundesländer, Energiepolitik, Energiewende, Potenziale, Windenergie



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Quelle: www.wind-energie.de/infocenter/meldungen/2013/koalitionsvertrag-gefaehrdet-ueber-50-prozent-der-potenziellen