Windenergie deckt fast die Hälfte des Strombedarfs in Mecklenburg‐ Vorpommern

23. Februar 2012

Windenergie deckt fast die Hälfte des Strombedarfs in Mecklenburg‐ Vorpommern

Schwerin. In Mecklenburg‐Vorpommern wurden im vergangenen Jahr 38 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 97,70 Megawatt neu aufgestellt. Die durchschnittliche Leistung der Anlagen liegt bei jeweils 2,6 Megawatt. Die meisten Anlagen wurden im Jahr 2011 im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte errichtet.

Damit stehen im Land gegenwärtig 1385 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.627,30 Megawatt. Das ergaben aktuelle Erhebungen des Deutschen Windenergie Institutes (DEWI), die der Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) heute in Schwerin präsentierte.

Obwohl sich Mecklenburg‐Vorpommern im Bundesländervergleich bei der installierten Leistung im Mittelfeld bewegt, gehört es mit einem Windenergieanteil von 46 Prozent am Nettostromverbrauch zu den Spitzenländern in diesem Bereich. Es steht damit auf Platz vier hinter Sachsen‐Anhalt, Brandenburg und Schleswig‐Holstein. „Mecklenburg‐Vorpommern ist ein ausgezeichneter Standort für Windenergie. Dass es in den vergangenen Jahren nur zu einem mittleren Ausbau gekommen ist, zeigt: Das Land hat seine Potenziale bisher noch nicht optimal genutzt“, sagte Andreas Jesse, Vizepräsident und Landesvorsitzender Mecklenburg‐Vorpommern des BWE. Der Verband begrüßt daher, dass jetzt der neue Flächennutzungsplan beschlossen wurde. „Das war ein wichtiger Schritt in Richtung einer besseren Windenergienutzung im Land. Jetzt kommt es auf die Umsetzung an. Wir halten das Ziel, zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie zur Verfügung zu stellen, für angemessen. Damit könnte das Land in Zukunft zu einem wichtigen Stromexporteur werden“, so Jesse weiter. Eine vom BWE beauftragte Studie des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) hatte ergeben, dass bei Bereitstellung von zwei Prozent der Landesfläche insgesamt 23 Terawattstunden Windstrom in Mecklenburg‐Vorpommern produziert werden könnten. Das sind mehr als 300 Prozent des Bruttostromverbrauchs Mecklenburg‐ Vorpommerns im Jahr 2009.

Das Land profiliert sich zunehmend auch als wichtiger Produktionsstandort für die Windindustrie. Schon heute produzieren drei Windenergieanlagenhersteller in Mecklenburg‐Vorpommern: Nordex, Kenersys und e.n.o. energy. Diese Unternehmen sorgen nicht nur für Arbeitsplätze, sondern engagieren sich auch im Bereich Forschung, Entwicklung und Bildung. So wird zum einen der Technologiestandort Mecklenburg‐Vorpommern vorangetrieben und andererseits für Akzeptanz geworben. „Wir wollen bewusst machen, das Windenergie eine Hochtechnologie ist, die Strom sauber, preiswert und sicher macht. Deshalb haben wir eine Stiftungsprofessur an der Universität Rostock mit ins Leben gerufen und unterstützen diverse Schulprojekte im Land“, erläutert Jörg Hempel, Managing Director Germany der Nordex Energy GmbH.

Für den Anlagenhersteller Kenersys sind Beteiligung und Akzeptanz zwei Seiten derselben Medaille: „Aus unserer Sicht ist wichtig, Bürgerinnen und Bürger der angrenzenden Gemeinden einzubinden und an der Wertschöpfung partizipieren zu lassen. Über die reine finanzielle Beteiligung hinaus setzen wir daher bei der Ausführung von Projekten auf lokale Partner wie etwa Bauunternehmen oder Lieferanten. Und dabei sehen wir neben den etablierten Projektentwicklern auch die Stadtwerke an vorderster Front, die in Windenergieprojekte investieren, um damit ihre eigenen Stromerzeugungskapazitäten und einen hohen Grad an Wertschöpfung in der Gemeinde zu schaffen“, betont Jochen Weick, Vice President Corporate Communication der KENERSYS GROUP.

Pressekontakt:
Alexander Sewohl Pressesprecher
T +49 (0)30 / 212341‐251
a.sewohl@wind‐energie.de



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Quelle: www.wind-energie.de/infocenter/meldungen/2012/windenergie-deckt-fast-die-haelfte-des-strombedarfs-mecklenburg-vorpommern