Windbranchentag in Bayern ist ein wichtiges Signal in Richtung Politik

08. November 2012

Windbranchentag in Bayern ist ein wichtiges Signal in Richtung Politik

Fürth. Der 3. Bayerische Windbranchentag, der heute in der Fürther Stadthalle stattfindet, zeigt: Die Windbranche in Bayern ist gut aufgestellt und auf die Energiewende in Bayern und darüber hinaus ausgezeichnet vorbereitet. Auf der Veranstaltung präsentiert sich ein breites Netzwerk aus Zulieferern, Planern, Ingenieurbüros und anderen Unternehmen aus dem Bereich Windenergie.

Der Freistaat ist eines der Länder mit dem größten Windenergiepotenzial in Deutschland. Eine Studie des Fraunhofer IWES im Auftrag des Bundesverbandes WindEnergie e.V. (BWE) hat ergeben: Bei Bereitstellung von nur zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie könnten allein in Bayern 80 Terawattstunden sauberer Strom erzeugt werden. Das ist mehr als 85 Prozent des bayerischen Strombedarfs von 2010.

Doch bis zur Nutzung des vorhandenen Potenzials ist es noch ein weiter Weg. Heute stehen in Bayern gerade einmal 518 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 776 Megawatt. Im Bundesländervergleich befindet sich das Land damit im hinteren Drittel. „Bayern muss das vorhandene Windenergiepotenzial jetzt zügig nutzen, wenn die Energiewende auch im eigenen Bundesland gelingen soll. Erste Schritte in die richtige Richtung sind getan. Die Politik muss jetzt nur aufpassen, dass die Flächenausweisung nicht ins Stottern gerät“, so BWE-Präsident Hermann Albers.

Zwar hat Bayern in seinem Energiekonzept die Ausweisung von zwei bis drei Prozent der Landesfläche beschlossen. „Bisher laufen die tatsächlichen Ausweisungen neuer Flächen jedoch nur schleppend an. Außerdem fehlt es im neuen Landesentwicklungsplan, der die Grundlage für die Regionalplanung ist, an klaren Zielen für die Windenergie“, kritisiert der bayerische BWE-Landesvorsitzende Günter Beermann.

Wenn Bayern den Anschluss an andere Bundesländer schaffen will, muss das Land rasch die Flächenausweisung voranbringen. Ansonsten gehen dem Wirtschaftsstandort Bayern wichtige Wertschöpfungseffekte verloren, die die Windenergie generiert. „Daher geht vom heutigen Bayerischen Windbranchentag auch ein wichtiges Signal in Richtung Politik aus. Die durch die Abschaltung der Atomenergie verlorene Kraftwerkswertschöpfung kann nur durch die Wertschöpfung Erneuerbarer-Energien-Kraftwerke ersetzt werden. Aus diesem Grund liegt gerade der Windenergieausbau im volkswirtschaftlichen Interesse des Landes“, betont Albers.

Bereits heute arbeiten in Bayern mehr als 10.000 Menschen im Bereich der Windenergie. Der Großteil davon in der Zulieferindustrie. Nur in Niedersachen und Nordrhein-Westfalen gibt es mehr Arbeitskräfte in der Windindustrie. „Neben den Entscheidungen vor Ort kommt es auch darauf an, dass der Bund die richtigen Rahmenbedingungen für den Windenergieausbau im Binnenland setzt. Dazu gehört, dass die Bundesregierung endlich für mehr Zuverlässigkeit bei den Rahmenbedingungen sorgt. Gerade in Regionen, in denen der Windenergieausbau erst jetzt richtig losgeht, sorgt eine Verunsicherung der Branche für massive Verzögerungen“, erklärt Hermann Albers.

Tags zum Artikel: Bundesländer, Energiepolitik, Potenziale, Unternehmen, Verband



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Quelle: www.wind-energie.de/infocenter/meldungen/2012/windbranchentag-bayern-ist-ein-wichtiges-signal-richtung-politik