Schleswig-Holstein knackt die 3.000 MW-Marke

16. Februar 2012

Schleswig-Holstein knackt die 3.000 MW-Marke

3181 Megawatt Windenergie-Leistung waren zum Stichtag 30.Dezember 2011 In Schleswig- Holstein installiert. Damit baut das Land zwischen den Meeren seinen Status als Windland weiter aus. In Schleswig-Holstein wurden im vergangenen Jahr 309 Megawatt Windenergie-Leistung neu installiert (2010: 241 MW). 131 neue Windenergieanlagen wurden aufgestellt, 66 wurden im Zuge des Repowerings abgebaut.

Die Anzahl der Windenergieanlagen stieg auf 2.648 (2010: 2.583) mit einer Gesamtleistung von 3181 MW. Die neu installierten Anlagen hatten eine durchschnittliche Leistung von jeweils 2,4 Megawatt. Diese Daten präsentierte Walter Eggersglüß von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein bei der Landespressekonferenz in Kiel. Aus den Ausbauzahlen ergibt sich, dass im Jahr 2011 im nördlichsten Bundesland Investitionen von über 400 Millionen Euro investiert wurden.

Im bundesweiten Vergleich liegt Schleswig-Holstein beim Ausbau der Windenergie mit seinem Plus von über 300 Megawatt auf Platz 2 hinter Niedersachsen. Mit einem Anteil von 46,5 Prozent am Nettostromverbrauch hält Schleswig-Holsteins Windindustrie den bundesweit dritten Platz (2010: 44 Prozent). Nur in Sachsen-Anhalt und Brandenburg hat der Windstrom einen höheren Anteil am Nettostromverbrauch. Möglich wurden diese Zuwächse insbesondere durch das sogenannte Repowering, bei dem alte Windenergieanlagen durch neue mit höherer Leistung ersetzt werden. „Schleswig-Holstein ist auf einem guten Weg, zum Vorzeigebundesland bei der Nutzung Erneuerbarer Energien zu werden, insbesondere durch das Modell der Bürgerwindparks“, so Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie. „Trotzdem ist die Politik gefragt: Noch gibt es zahlreiche Investitionshemmnisse für neue Windenergieanlagen mit mehr Leistung und einer höheren Effizienz. Dabei tragen insbesondere Anlagen bis drei Megawatt dazu bei, dass sich das Landschaftsbild weiter beruhigt, weil größere Rotoren langsamer drehen.“

Doch ohne einen beschleunigten Netzausbau erreicht der Strom nicht die Verbraucher. Hier sieht auch Ulla Meixner, stellvertretende Vorsitzende des Branchenverbands windcomm, die größte Herausforderung für 2012: „Schleswig-Holstein muss die Nutzung seiner hervorragenden Windbedingungen weiter stärken. Das funktioniert nur mit einer klugen Ausbaupolitik. Zurzeit arbeiten wir daran, das bewährte Finanzierungsmodell der Bürgerwindparks auf Strom- und Datennetze auszuweiten.“

Das Repowering und der Netzausbau sind insbesondere für die Westküste Schleswig-Holsteins wichtig. Am Stichtag 31.12.2011 standen 63 Prozent aller Windkraftanlagen und 66 Prozent der installierten Leistung in den Kreisen Nordfriesland, Dithmarschen und Steinburg. Damit stieg ihr Anteil an der installierten Windleistung im Land um rund 10 Prozentpunkte.

Die als Energiewende bezeichnende Zielformulierung der Bundesregierung sieht vor, bis 2050 den Primärenergieverbrauch in Deutschland zu halbieren, den Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch auf mindestens 35 Prozent (2020) bzw. 80 Prozent (2050) zu steigern und die klimaschädlichen Treibhausgase um mindestens 80 Prozent gegenüber 1990 zu vermindern. Dies ist ohne Windenergie nicht möglich. 2011 betrug der Anteil regenerativer Energien bundesweit 20 Prozent, davon entfielen acht Prozent auf die Windenergie .

Kontakt:
Bundesverband WindEnergie e.V.
Landesbüro Schleswig-Holstein
Nicole Knudsen
Querweg 4
25813 Simonsberg
Telefon: 04841 66 32 10
Telefax: 04841 66 32 09
E-Mail: sh@bwe-regional.de

Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein
Walter Eggersglüß
Grüner Kamp 15-17
24768 Rendsburg
Telefon: 04331 9453226
Telefax: 04331 9453-199
E-Mail: lksh@lksh.de
www.lksh.de

windcomm schleswig-holstein e. V.
Sina Clorius
Schloßstraße 7
25813 Husum
Telefon:  04841 6685-10
Telefax: 04841 6685-16
E-Mail: s.clorius@wfg-nf.de
www.windcomm.de

Tags zum Artikel: Bundesländer, Repowering, Statistik



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