Sachsens Windenergie erreicht 1.000 Megawatt

27. September 2012 // Thema: Bundesländer

Sachsens Windenergie erreicht 1.000 Megawatt

Trotz weiter unklarem Kurs der Landesregierung knackt die Windenergie in Sachsen eine neue Ausbaumarke. Ginge es nach der Führungsetage des sächsischen Wirtschaftsministeriums und auch des Umweltministeriums gäbe es die Windenergienutzung nur als grünes Mäntelchen für die Öffentlichkeit mit ein paar Windrädern hier und da. Doch auch Sachsen kann sich der Energiewende nicht entziehen. Die Zahl der Windenergieanlagen (WEA) steigt in Sachsen langsam, aber stetig.

Hans-Jürgen Schlegel vom Bundesverband Windenergie, Landesverband Sachsen (BWE Sachsen) hat als unermüdlicher Chronist der erneuerbaren Energien aufgepasst: Zum 31. August 2012 drehen sich jetzt in Sachsen exakt 853 Windräder mit einer installierten Anlagenleistung von 1.005.245 Kilowatt, also über 1.000 Megawatt.

„Das ist genau die richtige Nachricht für unsere Braunkohlefans in der Regierungskoalition“, freut sich auch Prof. Martin Maslaton, Landesvorsitzender des BWE in Sachsen. „Der Ausbau geht auch in Sachsen weiter, denn das sind wir dem Klimaschutz schuldig.“

Derzeit sind weitere sechs WEA im Bau. „Vier davon werden im September und weitere zwei bis spätestens November ans Netz gehen, so dass bis Jahresende rund 1.020 Megawatt installierte Leistung verfügbar sind“, so Schlegel. „Insgesamt werden dann in diesem Jahr bis Jahresende 30,5 Megawatt Windenergieleistung hinzugekommen sein.“ Vergleicht man die WEA-Zahlen Sachsens mit anderen Regionen Deutschlands, dann liegt der Freistaat Sachsen allerdings nur auf dem Niveau des Landkreises Dithmarschen in Schleswig-Holstein mit einer Größe von gerade einmal 7,6 Prozent der sächsischen Landesfläche. „Zu Euphorie besteht also überhaupt kein Anlass“, betont Prof. Maslaton, „besonders wenn man sich die konkrete Zahl der neuen Windturbinen ansieht. Bis Jahresende werden es gerade einmal 22 neue Windräder sein.“

Nach wie vor ist im Freistaat eine große Zahl von Altanlagen mit geringer Nennleistung in Betrieb. Repowering, also das Ersetzen alter Anlagen durch neue leistungsfähigere WEA bei gleichzeitiger Reduzierung der Anlagenzahl, findet derzeit in Sachsen kaum statt. „Das Zögern der Investoren und Betreiber hat auch mit dem unklaren Kurs der Landesregierung zu tun“, berichtet der BWE-Landesvorsitzende. „Vom Energie-und Klimaprogramm-Entwurf der Staatsregierung hört man auch nichts mehr. Darin ist immerhin die Verdoppelung der Stromerzeugung aus Windenergie in Sachsen innerhalb von 10 Jahren festgeschrieben.“

In der Planung befindet sich derzeit eine Vielzahl von WEA, die aber fast alle in langen Genehmigungsverfahren gefangen sind und oft erst nach gerichtlichen Auseinandersetzungen realisiert werden können. „Dabei könnte Sachsen als Land der Ingenieure auf mindestens 30 bis 35 Prozent Windenergieanteil kommen, schließlich sind die Windverhältnisse vielerorts recht gut, wie Studien zeigen“, betont Hans-Jürgen Schlegel. Derzeit liegt Sachsen bei 8,5 Prozent (31.12.2011) Windstromanteil gemessen am gesamten Stromverbrauch.

Besonders ärgerlich ist, dass Sachsens Behörden (Planungsverbände, Landkreise etc.) oftmals geringere Nabenhöhen verordnen als notwendig wären, um zu ordentlichen Stromerträgen zu kommen. Jüngstes Beispiel: Windpark Schmohlhöhe in der Gemeinde Hilbersdorf, Landkreis Mittelsachsen. Hier wurden nur WEA mit einer Nabenhöhe von 78 Metern zugelassen, obwohl 138 Meter angemessen gewesen wären. „Wenn dann gleichzeitig auch noch Umweltminister Kupfer auf Podiumsdiskussionen, wie vor ein paar Tagen bei den Wohnungsgenossenschaften, die irrige Meinung verbreitet, dass die Stromerzeugung aus Braunkohle völlig ohne Subventionen auskommt, dann weiß man woran man in Sachsen in Sachen Klimaschutz- und Energiepolitik ist “, so Prof. Maslaton abschließend.

Rückfragen: Prof. Dr. Martin Maslaton, Tel.: 0341 / 14 95 00, Mail: martin@maslaton.de, Internet: www.wind-energie.de, www.verlag-energierecht.de, www.maslaton.de; Stephan Trutschler (MEDIENKONTOR), Tel. 0177 / 31 60 515

Tags zum Artikel: Energiewende



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Quelle: www.wind-energie.de/infocenter/meldungen/2012/sachsens-windenergie-erreicht-1000-megawatt