Hoch hinaus für mehr Leistung – Neuer Landesvorstand des BWE in Niedersachsen fordert bessere Rahmenbedingungen für leistungsstarke Windanlagen

13. Januar 2012

Hoch hinaus für mehr Leistung – Neuer Landesvorstand des BWE in Niedersachsen fordert bessere Rahmenbedingungen für leistungsstarke Windanlagen

Hannover. Ein wesentlicher Antrieb der Energiewende ist die Windenergie schon heute. Ihre Möglichkeiten sind auch an Land noch längst nicht ausgeschöpft. Nach einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Windenergie könnten die Rotoren bis zu 65% des Strombedarfs decken, auch wenn sie dafür nur 2% der Landfläche beanspruchen müssten. Niedersachsen als Windenergieland Nr. 1  bietet hervorragende Voraussetzung, diese umweltfreundliche Energiequelle noch verstärkt zu nutzen

Rund ein Viertel der deutschen Anlagenkapazitäten sind hier aufgestellt. In den vergangenen Jahren hatte sich der Landesverband Windenergie kontinuierlich dafür eingesetzt, dass das Land seine windpolitischen Ziele immer weiter steckt. Inzwischen sieht das Konzept der Landesregierung vor, die gegenwärtig installierte Leistung von 7.100 MW bis 2020 mehr als zu verdreifachen.

Wilhelm Pieper, seit dem 07. Januar neuer Vorsitzender des mit 4.700 Mitgliedern stärksten Landesverbandes im Bundesverband Windenergie (BWE), geht davon aus, dass dieses Ziel vor allem mit leistungsfähigen und wirtschaftlichen Anlagen im Binnenland erreicht werden kann. „Sie halten die Kosten der Stromerzeugung durch Windenergieanlagen niedrig.“ Pieper, Windmüller aus dem Emsland, stellte seine erste Anlage bereits 1994 auf. Mittlerweile führt er zusammen mit seinem Kollegen Wilhelm Wilberts einen der erfolgreichsten deutschen Betreiberpools und realisierte mit seinen Partnern bis heute Bürgerwindparks mit einer Gesamtleistung von rund 280 Megawatt. 

Allerdings müssen seiner Ansicht nach die Rahmenbedingungen für leistungsstarke Anlagen weiter verbessert werden. „Hohe Leistungen und hohe Türme gehören zusammen“, stellt er fest und unterstreicht: „Wir brauchen im Binnenland Anlagen mit einer Gesamthöhe von über 150 Metern. Dann ist die Windenergie mit Abstand die günstigste Erzeugerin unter den Erneuerbaren, trägt so zu einer sicheren Energieversorgung bei und hilft, die Mehrkosten der Energiewende zu reduzieren.“ In den vergangen Jahren wurde der Bau solcher effizienter Systeme durch Empfehlungen wie die des Papiers „Naturschutz und Windenergie“ des Niedersächsischen Landkreistags kontinuierlich verhindert. „Aus diesem Grund werden wir uns bei der Landesregierung auch für die so genannte bedarfsgerechte Befeuerung an Windenergieanlagen stark machen. Unsere Erfahrungen im Emsland haben gezeigt, dass wir durch den Einsatz von High-Tech aus der Luftfahrt, die Lichtstärken reduzieren und dadurch eine höhere Akzeptanz erzielen“, macht Pieper klar. „Gelingt es uns, dass die Hindernisfeuer nur im Bedarfsfall eingeschaltet werden, wird die Bereitschaft für den Bau größerer Anlagen deutlich steigen.“

Das neue Leitungstrio mit den erfahrenen und erfolgreichen Windmüllern Wilhelm Pieper (Emsland), Wilhelm Wilberts (Ostfriesland) und Hermann Reents (Wittmund/Friesland) sieht es als eine wichtige Aufgabe, die mittelständisch und dezentral geprägte Struktur der Windbranche in Niedersachsen weiter auszubauen und dadurch auch strukturschwache Regionen zu stärken. „Der ländliche Raum“, sagt Wilberts, „wandelt sich durch die Energiewende zum doppelten Energielieferanten für die urbanen Zentren. Er liefert nämlich zum einen Nahrungsmittel und und zum anderen nachhaltig erzeugtem Strom vor allem aus der Kraft des Windes.“  

Und dies bedeutet auch Arbeitsplätze für die Menschen im Lande.  „Um die Windenergienutzung herum hat sich Niedersachsen zu einer Schwerpunktregion für die Entwicklung und den Bau von hochwertigen Anlagen entwickelt“, freut sich Reents. „Hier ist ein regelrechter Innovationsmotor entstanden, der viele industrielle Bereiche und nachgelagerte Sektoren antreibt und etwa 24.000 Menschen allein im Onshore-Bereich in unserem Bundesland Arbeit gibt . Das ist weiter ausbaufähig. Außerdem stärken vor allem die Bürgerwindparks, an denen sich unsere Niedersachsen selbst beteiligen, die regionale Wirtschaftskraft und ‚wehen‘ zudem dringend benötigte Steuermittel in die Kommunen.“

Um die Interessen der Windenergie gegenüber der Landesregierung noch effektiver vertreten zu können, haben die regionalen Vertreter des BWE beschlossen, ein Büro in Hannover einzurichten. 

Ansprechpartner:
Wilhelm Pieper, BWE Landesvorstand in Niedersachsen, Tel: 05936/3617

Tags zum Artikel: Bundesländer, Onshore, Potenziale, Regionale Wertschöpfung



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Quelle: www.wind-energie.de/infocenter/meldungen/2012/hoch-hinaus-fuer-mehr-leistung-neuer-landesvorstand-des-bwe-niedersachsen