Weltweit

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Der globale Durchbruch ist geschafft. Ende 2010 waren weltweit Windenergieanlagen mit 194.390 MW Gesamtleistung installiert. Das entspricht der Leistung von circa 250 Kohlekraftwerken. Zehn Jahre zuvor waren es gerade einmal 17.400 MW. Obwohl die Folgen der Wirtschaftskrise zuletzt viele Projekte finanziell ausbremsten, ging 2009 und 2010 mehr Windleistung neu an die Netze, als je zuvor.

Mit 38,6 GW erreichte die Branche 2009 einen Rekord. Der Zubau in 2010 blieb mit 35,8 GW nicht weit dahinter zurück, obwohl der wichtigste Absatzmarkt USA um die Hälfte einbrach. Ein deutlicher Beleg für die Reife der Branche. Ihre Anlagentechnik ist heute ebenso leistungsfähig wie zuverlässig. Immer mehr Staaten erkennen das und nutzen das gigantische Energiepotenzial, das der Wind kostenlos und ohne Emissionen in ihre Länder trägt. Ob Thailand, Südkorea, Uruguay oder Venezuela, ob Kenia oder Südafrika - weltweit formieren sich neue Windmärkte. Und da auch Offshore der Aufbruch geschafft ist, prognostizieren Analysten ungebrochenes Wachstum.

Windmarkt Chinas wächst unaufhaltsam

Mit 16.500 MW Zubau im Jahr 2010 hat China den bisher größten Windmarkt USA überholt. Insgesamt erzeugen im Reich der Mitte nun WEA mit 42.300 MW Gesamtleistung klimaneutral Strom. Das Wachstum scheint unaufhaltsam. Seit 2004 hat sich die installierte Windleistung jedes Jahr nahezu verdoppelt. Auf Basis von Messungen in 50 Metern Höhe schätzt die staatliche Meteorologische Behörde das Windpotenzial an Land auf 3.500 GW. Offshore seien weitere 200 GW in Wassertiefen von 5 bis 25 Metern möglich. Erste Offshore-WEA gingen 2009 in Betrieb. Ein Jahr zuvor hat die Nationale Energiebehörde Ausbauziele für sechs besonders windige Regionen formuliert, die bis 2020 auf 127,5 GW Zubau hinauslaufen. Mit dem Programm verfolgt die Regierung das Ziel, 2020 zusätzlich zur Wasserkraft drei Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen zu decken. Im Jahr 2009 hat sie neue Einspeisetarife für Windstrom festgelegt. Abhängig vom Windpotenzial der Regionen gibt es 20 Jahre lang umgerechnet zwischen 5,4 und 6,5 Cent pro Kilowattstunde, was deutlich über dem Preisniveau von Kohlestrom liegt. Das massive Wachstum hat eine starke heimische Windindustrie hervorgebracht.

US-Markt in Turbulenzen

Die Wahl Barack Obamas hatte in der Windbranche große Hoffnungen geweckt. Doch das Jahr 2010 hat die Erwartungen nicht annähernd erfüllt. Mit 5.115 MW erreichte der Zubau nicht einmal die Hälfte des Vorjahres. Zwar deuten sich für 2011 bessere Zahlen an. Denn laut US-Windenergieverband AWEA waren zum Jahreswechsel 5.600 MW im Bau und es ist mit vielen weiteren Projekte bis Ende 2011 zu rechnen. Doch handelt es sich um ein Zwischenhoch. Ursache: die US-Regierung hat kurzfristig die Investement Tax Credits für Erneuerbare Energien bis Ende 2011 verlängert. Wie das staatliche Förderregime danach aussehen wird, ist unklar. Im Gespräch ist die Umstellung auf ein Quotenmodell. Die AWEA drängt vor allem auf verlässliche Randbedingungen. Denn Hersteller und Zulieferer haben massiv in Produktionskapazitäten investiert.Über 100 der insgesamt 400 Werke zur Fertigung von Turbinen, Flügeln, Türmen und anderen Komponenten sind noch keine fünf Jahre alt. Grundlage waren Pläne der US-Regierung, 2030 ein Fünftel des Energiebedarfs mit Windstrom zu decken. Das Windpotential gäbe das allemal her: Laut AWEA übersteigt es den Strombedarf der USA um ein Zehnfaches.

Neue Märkte formieren sich

Obwohl 2010 fast die Hälfte des weltweiten Zubaus in China stattfand, ist der globale Windmarkt auch in die Breite gewachsen. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen. Beispiel Südamerika: Dort will Uruguay bis Mitte des Jahrzehnts 500 MW Windleistung aufbauen, Bolivien im laufenden Jahr 150 MW, Argentinien hat 2010 Projekte im Gesamtumfang von 795 MW ausgeschrieben und Venezuela will in einem Nationalen Windenergieprogramm 1,7 GW binnen fünf Jahren in Betrieb nehmen. Während es sich hier noch um Pläne handelt, ist das Wachstum in Brasilien und Mexiko real. In beiden Ländern gingen 2010 über 300 MW neu an die Netze. Auch Asien hat mehr zu bieten als China und Indien, wo 2010 immerhin 2 GW installiert wurden und Studien weiterhin zweistellige Zuwächse prognostizieren. Weitere Länder sind auf dem Sprung. Süd-Korea will im laufenden Jahrzehnt  Offshore-Windparks mit 1,5 GW Gesamtleistung bauen. Thailand will mit vorerst 200 MW in die Nutzung der Windenergie einsteigen. Und Indonesien plant bis 2025, den Anteil Erneuerbarer Energien von heute 3,4 auf 17 Prozent zu steigern. Windenergie soll dabei eine zentrale Rolle spielen. Ähnliches gilt für Australien, Neuseeland und verschiedenen Regionen Afrikas. Auch dort hat die Zukunft der Energieversorgung begonnen.



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Quelle: www.wind-energie.de/themen/weltweit