Klimaschutz

Klimaschutz

Das Klima der Erde befindet sich in permanentem Wandel. Nach langen Phasen mit extremen klimatischen Bedingungen hat sich erst nach und nach jenes gemäßigte Klima eingestellt, das wir heute kennen. Doch im 20. Jahrhundert hat ein besorgniserregender Temperaturanstieg eingesetzt.

Klimaforscher führen ihn auf den Treibhauseffekt zurück: Während kurzwellige Sonnenstrahlung ungehindert durch die Atmosphäre auf die Erdoberfläche gelangt, findet reflektierte längerwellige Wärmestrahlung nicht wieder hinaus. Die steigende Konzentration von Treibhausgasen wie Kohlendioxid, Lachgas oder Methan fällt nicht zufällig mit der Phase zusammen, in der die Menschheit die Industrialisierung mit fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl und Erdgas befeuert haben. Klimaforscher haben mittlerweile eindrucksvoll belegt, dass der Mensch das Klima aus dem Gleichgewicht bringt.

Neben dem Energiesparen sind die erneuerbaren Energien das wichtigste Mittel im Kampf gegen den Klimawandel. Allein in Deutschland wurden 2010 durch Wind, Sonne, Biomasse und Co. schon 120 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart. Das entspricht den Emissionen von rund zehn Millionen Menschen hierzulande. Durch die Windenergie allein wurden dabei gut 40 Millionen Tonnen CO2 vermieden. Gegenüber 2010 (35 Twh) soll sich nach den Plänen der Bundesregierung die Produktion von Windstrom bis 2020 auf 96 Twh etwa verdreifachen. Dann würde die Windenergie allein so viel CO2 vermeiden, wie heute alle Erneuerbaren zusammen.

Der Faktor Mensch

Die Eispanzer der Erde sind für Klimaforscher ein Archiv. Aus Bohrkernen im ewigen Eis wissen sie, dass es in den letzten 750.000 Jahren nie mehr als 290 parts per million (ppm) Kohlendioxid in der Erdatmosphäre gab. In den Kaltphasen der Eiszeiten waren es deutlich unter 200 ppm. Doch im Zuge der Industrialisierung stieg die Konzentration exponentiell. Ende 2009 lag der Mittelwert bereits bei 388 ppm – und Jahr für Jahr kommen 1,5 ppm dazu. Im letzten Jahrhundert ist die Konzentration von Kohlendioxid um ein Drittel gestiegen und die des 25-mal klimawirksameren Methans um 150 Prozent.

Der Mensch ist eine wichtige Ursache des Problems. Doch er kann auch Teil der Lösung werden. Im Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), das seit 2007 den Friedensnobelpreis trägt, führen Wissenschaftler permanent die Ergebnisse der weltweiten Klimaforschung zusammen, bewerten diese und schätzen die jeweiligen Folgen für Mensch und Umwelt ab. Hinter dem breiten, mehrstufigen Review-Prozess stehen drei Arbeitsgruppen und eine Task Force. Ergebnisse ihrer regelmäßigen Berichte werden zusätzlich von unabhängigen Expertengremien überprüft.

Zwei Grad sind das Ziel

Die Berichte des IPCC finden in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik breite Anerkennung. Doch die Weltgemeinschaft tut sich schwer, Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels zu vereinbaren. Während Entwicklungs- und Schwellenländer die Industrieländer in der Pflicht sehen, schrecken diese davor zurück, ihre Industrie durch Klimaschutzvorgaben zu belasten. Bisher konnte sich die Staatengemeinschaft in den Klimarahmenkonventionen nur auf das „Zwei-Grad-Ziel“ verständigen. Im Vergleich zur vorindustriellen Zeit soll die mittlere Temperatur maximal um zwei Grad Celsius steigen (von heute aus 1,3 °C). Laut IPCC dürfen dafür nur noch 750 Gigatonnen Kohlendioxid-Äquivalente in die Atmosphäre gelangen. Die Konzentration muss sich auf 400 bis 450 ppm einpendeln. Dafür muss der globale Treibhausgasausstoß bis 2050 um 80 bis 95 Prozent sinken. Da das mathematische Verhältnis zwischen Treibhausgaskonzentration und Temperaturanstieg nicht exakt zu klären ist, gibt es nur eine vernünftige Reaktion: den raschen Ausstieg aus der kohlenstoffbasierten Energiewirtschaft.

Klimaschutz konkret

Trotz des immensen Zeitdrucks konnte sich die Weltgemeinschaft bisher nicht auf ein verbindliches Nachfolgeabkommen des abgelaufenen Kyoto-Protokolls einigen. Um die Zeit trotz der offenen Klimarahmenkonventionen zu nutzen, hat die Europäische Union die Entkarbonisierung bereits in die Wege geleitet. Der Fahrplan bis 2020 sieht vor, dass Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um jeweils ein Fünftel sinken. Erneuerbare Energien sollen bis dahin 20 Prozent des EU-Energiebedarfs decken. Dafür hat die EU unter anderem den Emissionshandel etabliert und die Lasten je nach ökonomischem Status-Quo ihrer Mitgliedsländer verteilt.

Deutschland hat über diese EU-Vereinbarungen hinaus zugesagt, seinen Treibhausgasausstoß bis 2020 um 40 Prozent zu senken - unabhängig von den Anstrengungen anderer Staaten. Anders als zaudernde Industrieländer sieht Deutschland Klimaschutz weniger als Belastung denn als Chance für seine Wirtschaft. Bis 2020 erwartet die Bundesregierung im Saldo 500.000, bis 2030 sogar 800.000 zusätzliche Jobs. Ein Gutteil davon wird im Bereich Erneuerbarer Energien und hier insbesondere in der Windenergiebranche entstehen.

Tags: Klimaschutz, Umwelt



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Quelle: www.wind-energie.de/themen/natur-und-umweltschutz/klimaschutz