15. Dezember 2008
Windenergie fordert bereitwilligere Kreditvergabe der Banken
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat heute führende Vertreter von Banken und Unternehmen der Erneuerbaren Energien Branche zu einer Gesprächsrunde anlässlich der Finanzkrise eingeladen.
Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie, sagte am Rande der Gesprächsrunde: "Das aktuelle Krisenmanagement nach der Talfahrt der Finanzmärkte darf das enorme Wachstums- und Investitionspotential der deutschen Windindustrie nicht vernichten. Kurzfristige Erwägungen dürfen nicht dazu führen, dass der Klimaschutz hinter Rettungspläne für Banken und Automobilindustrie zurückfällt. Im Moment ist es für die Windbranche entscheidend, dass die Privatbanken bereitwilliger neue Projekte finanzieren."
Die Finanzkrise wirkt mittlerweile auch in die Windbranche hinein. Zwar sind Windparkprojekte, die im ersten Halbjahr 2009 umgesetzt werden sollen, in der Regel finanziert. Für das zweite Halbjahr und die Jahre 2010 und 2011 zeichnen sich aber bereits heute negative Entwicklungen ab. So haben sich einzelne Banken aus der Projektfinanzierung zurückgezogen, die Kreditinstitute fordern höhere Eigenkapitalanteile seitens der Projektträger. Auch sind höhere Margen und Disagios in den Projekten zu tragen. Das bisherige ERP-Umwelt- und Energiesparprogramm der KfW-Bank, das für die Finanzierung von Windparks in der Vergangenheit eine wichtige und dominierende Bedeutung hatte, wird zum Jahreswechsel durch das Programm Erneuerbare Energien der KfW abgelöst.
Die KfW-Bank geht in der heutigen Gesprächsrunde mit gutem Beispiel voran. Die ursprünglich geplanten Förderbedingungen der KfW für Projektfinanzierungen ab 2009 werden als Ergebnis der Runde geändert. Die Förderungshöchstsumme für Windparks als klassisches mittleres Investitionsvorhaben liegt jetzt nicht mehr bei 10 Mio. Euro, sondern bei 50 Mio. Euro. Die Laufzeiten für Kredite werden von 8 auf 15 Jahre verlängert - so wie bisher üblich. "Die heute von der KfW-Bank zugesagte Förderung Erneuerbarer Energien ermöglicht auch künftig den Ausbau der Windenergie an Land. Insbesondere der Ersatz alter Windenergieanlagen durch neue, moderne Anlagen der Multimegawattklasse, den gerade auch die EEG-Novelle ab dem 1.1.2009 anschieben will, ist jetzt finanzierbar. Jetzt müssen die Geschäftsbanken dem Schritt der KfW-Bank folgen und der Windindustrie zu angemessenen Konditionen Geldmittel bereitstellen", betonte Albers.
