Elektroautos mit Windstrom reduzieren KFZ-Emissionen auf Null

25. November 2008

Elektroautos mit Windstrom reduzieren KFZ-Emissionen auf Null

Berlin - Die Bundesregierung hat heute zur zweitägigen nationalen Strategiekonferenz Elektromobilität nach Berlin eingeladen.

"Für eine Markteinführung von Elektrofahrzeugen in Deutschland brauchen wir faire und transparente Rahmenbedingungen", erklärte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands WindEnergie, im Vorfeld der Konferenz. "Es muss möglichst einfach sein, sich ein Elektrofahrzeug anzuschaffen und täglich zu nutzen. Hier kann die Bundesregierung Innovationen und Wettbewerb fördern und so die Markteinführung unterstützen. Zum anderen muss der künftige Kabinettsbeschluss der Bundesregierung zur Elektromobilität eindeutig feststellen, dass Elektroautos nur dann umweltfreundlich fahren, wenn sie mit erneuerbarem Strom fahren."

Über den Weg der Elektromobilität kann die Windenergie nicht nur den Strom-, sondern auch den Verkehrssektor mit erneuerbarer Energie versorgen. Der elektrische Antrieb eines Fahrzeugs an sich ist noch keine umweltfreundliche Lösung. Der Strom muss erneuerbar sein. „Alles andere ist eine Mogelpackung für den Verbraucher, denn die Emissionen und Abfälle der herkömmlichen Stromerzeugung müssen selbstverständlich in der Bilanz berücksichtigt werden“, betonte Albers.

Die Windenergie ist eine einheimische, unerschöpfliche Energiequelle und befreit uns dauerhaft aus der hohen Importabhängigkeit bei Öl und Gas. Genügend Strom stellen die Windenergieanlagen in Deutschland bereit. Bis 2020 sind in Deutschland moderne Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 45.000 MW an Land und 10.000 MW auf hoher See realistisch. Diese werden dann rund 150 Mrd. Kilowattstunden Strom ohne CO2-Emissionen und radioaktiven Abfall im Jahr produzieren. "Schon 2 bis 3 Mrd. Kilowattstunden Strom reichen aus, um die von der Bundesregierung angepeilten 1 Million Fahrzeuge bis 2020 elektrisch anzutreiben", so Albers.

Windenergie und Elektromobilität können sich auch beim Netzmanagement hervorragend ergänzen. Trotz immer besserer Prognosen des Windangebots der nächsten Tage und Stunden steigt mit wachsender Turbinenkapazität auch der Bedarf für Regelleistung. Diese wird vorgehalten, um kurzfristige Abweichungen von der Prognose jederzeit sofort auszugleichen. Heute werden dafür schnell zu startende Pumpspeicherwasserkraftwerke oder Gasturbinen eingesetzt. Mit einer ausreichend großen Flotte von Elektroautos, die zu Hause und möglichst auch vor dem Büro an das elektrische Netz angeschlossen sind, könnte eine Vielzahl dezentraler Stromspeicher zu einem großen virtuellen Stromspeicher zusammengeschlossen werden. Dieses unter dem Namen „Vehicle to Grid (V2G)“ entwickelte Konzept kann so einen wesentlichen Beitrag zur Integration steigender Mengen von Windenergie in das Versorgungssystem liefern.

Ein Beispiel: Für Elektrofahrzeuge rechnet man mit einem Verbrauch von maximal 20 Kilowattstunden (kWh) Strom pro 100 km (entsprechend dem Energieinhalt von rund zwei Liter Benzin). Bei einer durchschnittlichen Fahrleistung von 15.000 km pro Jahr entspricht dies einem Jahresverbrauch von 3.000 kWh, etwa dem normalen Verbrauch eines 4-Personen-Haushalts. Eine Flotte von 1 Million Elektrofahrzeugen braucht jährlich maximal 3 Mrd. kWh – knapp 0,5 Prozent des heutigen Strombedarfs in Deutschland.

"Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass die Elektromobilität kein Einfallstor für eine Diskussion über Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken sein kann. Der Wechsel von warmen und kalten Wintern hat größere Auswirkungen auf den Jahresstromverbrauch als 1 Million Elektrofahrzeuge", stellte der BWE-Präsident klar.

Tags: Elektromobilität, Netze, Umwelt



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Quelle: www.wind-energie.de/presse/pressemitteilungen/2008/elektroautos-mit-windstrom-reduzieren-kfz-emissionen-auf-null