Ziele und Märkte

Ziele und Märkte

Die europäische Union hat sich 2010 auf das Minimalziel verständigt, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Deshalb hat die Union für das Jahr 2020 drei ambitionierte Ziele gesetzt: 20 Prozent Reduzierung der Treibhausgasemissionen, 20 Prozent Steigerung der Energieeffizienz und 20 Prozent Erneuerbare Energien.

Weiter streben die europäischen Staaten eine Reduktion ihrer Treibhausgas-Emissionen um 20 Prozent bis 2020 und um 80 Prozent bis 2050 (gegenüber 1990) an. Der Ausbau erneuerbarer Energien leistet den Löwenanteil zur Zielerreichung. Auf EU-Ebene wurden in der Richtlinie zur Förderung Erneuerbarer Energien aus dem Jahr 2009 erstmalig verbindliche Erneuerbare Energien Ziele festgelegt.

Danach sollen Erneuerbare Energien bis 2020 ein Fünftel des Energiebedarfs decken. Der Anteil aus regenerativen Quellen im Stromsektor muss demnach auf 33 bis 40 Prozent steigen. Für Deutschland leitet sich aus dem EU-Ziel ein verbindliches Erneuerbare Energien Ziel von 18 Prozent bis 2020 ab. Laut dem deutschen Nationalen Aktionsplan, den Deutschland bei der EU Kommission mit Maßnahmen zur Zielerreichung eingereicht hat, könnte dieses Ziel gar 19,8 Prozent betragen, sofern alle anvisierten Maßnahmen zur Förderung Erneuerbarer Energien vollzogen werden.

Die Zielerreichung ist nur mit einem zügigen Ausbau der Windenergie an Land und auf See sowie dem Ausbau der Netzinfrastruktur zu schaffen. Neben neuen Übertragungsnetzen  ist der Ausbau auf Verteilnetzebene unabdingbar. Denn der klimafreundliche, dezentral erzeugte Windstrom muss zu den Verbrauchern gelangen.

Deutschland und Spanien vorn, Osteuropa im Kommen

Deutschland und Spanien sind unangefochten Leitmärkte für Windenergie in der EU. Mit 27.214 Megawatt beziehungsweise 20.676 Megawatt kumulierter Leistung vereinten sie Ende 2010 über die Hälfte der europaweit installierten 86.075 Megawatt auf sich. Auch bei den Neuinstallationen blieben Deutschland mit 1.551 Megawatt und Spanien mit 1.516 Megawatt vorn. Hinter ihnen folgt mit Italien, Frankreich und Großbritannien ein Trio, das seine Windenergie nahezu im Gleichschritt ausbaut. Alle drei legten 2010 circa 1.000 Megawatt zu und haben nun jeweils über 5.000 Megawatt Gesamtleistung in Betrieb.

In weiteren neun Ländern liegt die Gesamtleistung zwischen 1.000 und 3.000 Megawatt . Länder ohne WEA verschwinden derweil von Europas Landkarte: gab es 2009 noch sieben, sind es nun noch vier: Island, Liechtenstein, Malta und  Mazedonien. Europas Windmarkt wächst also in die Breite. Belege dafür lieferten letztes Jahr Schweden (604 Megawatt ), Türkei (528 Megawatt ), Rumänien (448 Megawatt ), Polen (382 Megawatt ) und Bulgarien (198 Megawatt ). Zudem kamen die Windmärkte Zypern, Ungarn, Litauen und Kroatien mit Neuinstallationen im hohen zweistelligen MW-Bereich in Fahrt. Allerdings muss das Tempo bis 2020 deutlich zunehmen. Noch liegt der Anteil der Windenergie an Europas Stromverbrauch bei 5,3 Prozent.

Tags: Energieeffizienz, Europa, Klimaschutz



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Quelle: www.wind-energie.de/politik/europa/ziele-und-maerkte