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Die derzeitigen Strompreise berücksichtigen weder die verursachten Schäden an Menschen, Umwelt und Weltklima, noch die Risiken aus dem Anlagenbetrieb. Würden alle Kosten in die Kalkulation einbezogen, wären die konventionellen Energien nicht konkurrenzfähig.

Spätestens seitdem bekannt ist, dass die durch die Nutzung fossiler Energieträger verursachten Kohlendioxid-Emissionen zu etwa 50 Prozent für den Treibhauseffekt verantwortlich sind, und seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl ist anschaulich klar, dass bestimmte Arten der Energieversorgung enorme Folgekosten verursachen. Diese nicht in den Preisen auftauchenden Kosten sind sogenannte „externe Kosten“, weil sie außerhalb (extern) des Preismechanismus liegen, der das zentrale Steuerungselement in einer Marktwirtschaft darstellt.
„Besonders im Bereich der Umwelt- und Gesundheitsschäden durch die konventionellen Energiesysteme wälzen wir erhebliche Kosten auf Dritte ab, die dann vom Waldbesitzer oder von dem an Herz und Kreislauf Geschädigten getragen werden, aber nicht in den Preisen auftauchen“, sagt dazu Professor Olav Hohmeyer von der Uni Flensburg. „Damit wird der Eindruck erweckt, Strom aus den umweltbelastenden Ressourcen wäre relativ billig und aus den erneuerbaren Ressourcen relativ teuer.“
Solle das Marktspiel von Angebot und Nachfrage reibungslos funktionieren, müssten die externen Kosten aber den Preisen zugerechnet werden. Nur dann zahlt der Verursacher und nicht die Allgemeinheit den Umweltschaden. Die Umwelt zu verschmutzen und den Klimawandel anzuheizen würde weniger attraktiv, umweltfreundliches Verhalten dafür stärker belohnt.