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Hitzerekorde, Jahrhundertfluten, Orkane – der globale Klimawandel mit seinen extremen Wettersituationen ist längst auch in Deutschland spürbar. In Zukunft werden sich ganze Klima- und Vegetationszonen verschieben und der Meeresspiegel ansteigen. Es drohen Hungerkatastrophen und Überschwemmungen bisher unbekannten Ausmaßes. Die volkswirtschaftlichen Schäden sind nicht absehbar.

Zwar ist die Erforschung des Weltklimas, seiner komplexen Zusammenhänge und Bedingungen bei weitem noch nicht abgeschlossen. Heute bezweifelt jedoch kein ernsthafter Wissenschaftler, dass der vom Menschen durch Emission von Industrie-Abgasen forcierte Treibhauseffekt einen entscheidenden Faktor der heutigen Klimaveränderung darstellt. So hat sich seit Beginn der Industrialisierung die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid um mehr als ein Viertel erhöht. Im gleichen Zeitraum stieg die mittlere bodennahe Lufttemperatur um circa 0,5° Celsius. Diese könnte laut Szenarien des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) bis 2100 sogar nochmals um bis zu 5,8° Celsius steigen, sofern nicht deutliche Gegenmaßnahmen zur Reduktion der klimarelevanten Emissionen ergriffen werden.
Die Erde heizt sich auf. Die Ressourcen gehen zur Neige. Computersimulationen renommierter Klimafachleute zeigen, dass ein weltweiter Temperaturanstieg kaum mehr vermeidbar ist, wenn der Anteil der von Menschen verursachten Treibhausgase in der Atmosphäre nicht drastisch reduziert wird. Seit 1990 sind vor allem die energetisch bedingten CO2-Emissionen weltweit um rund acht Prozent auf 23 Milliarden Tonnen gestiegen.
Fachleute erwarten einen Anstieg auf rund 38 Milliarden Tonnen im Jahr 2020 – zu viel für unseren Globus. Zwei Drittel der gegenwärtigen Emissionen werden von den westlichen Industriestaaten und Japan produziert. Wissenschaftler schätzen, dass die Industrieländer ihre Emissionen bis 2050 um ca. 80 Prozent senken müssen, um den Klimawandel in erträglichen Ausmaßen zu halten. Sonst droht der Welt eine Katastrophe, sagen Forscher: Die mittlere globale Temperatur würde sich bis 2100 um bis zu 5,8 Grad Celsius erhöhen, der Meeresspiegel im selben Zeitraum um bis zu 90 cm steigen. Orkane gehören dann zum Alltag und Klimazonen und Niederschlagsgebiete verschieben sich. In Deutschland waren Jahrhundertflut, Jahrhundertsommer und Orkane ein erster Vorgeschmack. Würden alle Länder den gleichen Lebensstandard erreichen wie die OECD Staaten, bräuchten wir vier Planeten, um den Bedarf an Rohstoffen decken zu können. Industrieländer wie Deutschland stehen daher in der Verantwortung, Entfaltungsmöglichkeiten auch für die weniger entwickelten Länder zu schaffen. Das geht nur, wenn wir uns von unserem überbordenden Ressourcenverbrauch verabschieden und eine nachhaltige Energieversorgung aufbauen. Ein Auftrag an die Politik.