Bundesverband WindEnergie e.V.

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Pressemitteilung vom 21.12.2006

Jahresrückblick Windenergie:

Neuer Weltrekord beim Neubau von Windenergieanlagen

Berlin – 2006 wurden nach ersten Schätzungen des Bundesverbands WindEnergie (BWE) weltweit Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 15.000 Megawatt (MW) neu aufgebaut. Dies entspricht der Kapazität von etwa fünfzehn Großkraftwerken und ist ein neuer Rekord. 2005 waren es noch Windkraftanlagen mit einer Leistung von 11.800 MW, die neu gebaut wurden.

Spitzenreiter sind abermals die USA mit einem geschätzten Zubau von 2.700 MW. Für die Jahre 2007 und 2008 wird nochmals von deutlichen Steigerungen ausgegangen, nachdem der US-Kongress diesen Monat die bundesstaatliche Förderung – den so genannten Production Tax Credit (PTC) – bis Ende 2008 verlängert hat. Insgesamt steigt damit die weltweit installierte Kapazität auf nahezu 75.000 MW. Die Anlagen können rund 180 Mrd. Kilowattstunden (kWh) produzieren, das entspricht mehr als einem Prozent des globalen Strombedarfs. In den letzten fünf Jahren betrug die durchschnittliche Wachstumsrate der installierten Kapazität 25 Prozent. Das entspricht einer Verdoppelung alle drei Jahre.

BWE-Präsident Peter Ahmels: „Aufgrund der steigenden Weltmarktpreise für Brennstoffe und der zunehmenden Bereitschaft der Staaten, wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen, rechnen wir mit einem Anhalten dieser hohen Wachstumsraten.“ Beispielweise hat sich Frankreich in diesem Jahr in seinem mehrjährigen Investitionsplan (PPI) für den Stromsektor ein Ziel von 17.000 Megawatt Windkraftleistung bis 2015 gesetzt. Auch die Schwellenländer setzen sich immer ehrgeizigere Ziele für den Ausbau der Windkraft. China will bis 2020 mindestens 30.000 MW Windkraftkapazität installieren. Indien ist seit Jahren der drittgrößte Windmarkt der Welt. Bis 2020 kann die Windkraftkapazität weltweit auf 1.250.000 MW steigen und mit rund 3.000 Mrd. kWh rund zwölf Prozent des bis dahin prognostizierten Strombedarfs decken. Damit würde Windenergie mehr zum globalen Strombedarf beitragen als die Wasserkraft oder die Kernenergie.

BWE-Präsident Ahmels: „Windenergie ist die weltweit am schnellsten wachsende, unerschöpfliche und CO2-freie Energieform. Dies und die technologisch führende Stellung der einheimischen Windindustrie bieten hervorragende Export-Chancen für Deutschland." Der Weltmarkt für Windenergieanlagen nähert sich 2006 der Marke von 15 Milliarden Euro (2005 10,6 Mrd. Euro). Dazu kommen Investitionen in Infrastruktur wie etwa Netzanschlüsse. Die Position der deutschen Windindustrie ist Spitze: Der Anteil der deutschen Windenergieanlagen-Hersteller und Zulieferer an allen weltweit im Jahr 2005 produzierten Anlagen und Komponenten lag mit vier Milliarden Euro bei rund 38 Prozent, die Exportrate betrug 71 Prozent. Ahmels: „Für 2006 erwarten wir eine weitere Steigerung der Umsätze aus dem Export, mit entsprechend positiven Wirkungen für den deutschen Arbeitsmarkt. Vorraussetzung dafür ist aber auch ein stabiler Heimatmarkt.“ Inzwischen sind 70.000 Menschen mit der Herstellung und dem Betrieb von Windenergieanlagen in Deutschland beschäftigt.

Hinweis: Die Jahresstatistik des deutschen Windenergiemarktes wird am 16.1.2007 gemeinsam von VDMA Power Systems und BWE vorgestellt.


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