BWE-Wirtschaftsgespräch in Thüringen

Klimaschutz und Arbeitsplätze für Thüringen durch Erneuerbare

Kurz nach dem 13. bundesweiten Tag der erneuerbaren Energien veranstaltete der BWE Ende April ein Wirtschaftsgespräch zum Thema erneuerbare Energien in Erfurt. An der Podiumsdiskussion „Klimaschutz und Arbeitsplätze für Thüringen durch erneuerbare Energien“ nahmen BWE-Präsident Hermann Albers, Armin Vetter, Abteilungsleiter für Pflanzenproduktion der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Finanzvorstand der Ersol Energy AG Ekhard von Dewitz, Vorstand der PV Crystalox Solar AG Hubert Aulich, Meuselwitz-Guss-Geschäftsführer Herbert Werner sowie Christian C. Juckenack, Staatssekretär im Thüringer Wirtschaftsministerium, als kurzfristig eingesprungener Vertreter für Ministerpräsident Dieter Althaus teil.

Das vom BWE-Pressesprecher Ulf Gerder moderierte Wirtschaftsgespräch informierte über 70 Zuhörer aus Politik und Wirtschaft über die Chancen der erneuerbaren Energien in Thüringen. Hermann Albers appellierte an die Landesregierung, die Chancen der Windenergie im Freistaat besser zu nutzen. „Wir müssen die Windenergieleistung in Thüringen bis zum Jahr 2020 auf über 2.000 Megawatt ausweiten. Nur so sind Klimaschutz, Ressourcenschonung und Versorgungssicherheit in Thüringen zu gewährleisten“, so Albers. Die bislang installierten 538 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 677 MW schöpften das Potenzial bei weitem nicht aus.

Kritik am neuen Landesentwicklungsplan

Sowohl von Seiten des Podiums als auch aus den Reihen der Zuhörer – musste sich Staatssekretär Juckenack Kritik gefallen lassen. Die Thüringer Landesregierung hatte zu Beginn des Jahres die Bedingungen für Windenergie durch die Änderungen des Landesentwicklungsplans weiter erschwert. Regionale Planungsgemeinschaften sollen nun verpflichtet werden, in den Regionalplänen Höhenbeschränkungen festzulegen. Juckenack bemühte sich, diesem Thema auszuweichen. Er betonte, der Ausbau der Windenergie sei nur im Einklang mit den Betroffenen möglich. Dabei habe die Regional- und Kommunalplanung das letzte Wort. „Ähnlich wie bei der Diskussion um die Thüringer Strombrücke sind auch bei der Windenergie die landschaftlichen Reize des Thüringer Waldes zu wahren“, erklärte der Regierungsvertreter. Die Vattenfall Europe Transmission GmbH plant in Sachsen-Anhalt und Thüringen eine ca. 210 km lange Höchstspannungsfreileitung. Die „Thüringer Strombrücke“ soll historisch bedingte Lücken zwischen den Netzen der alten und neuen Bundesländer schließen.

Herbert Werner von der Firma Meuselwitz Guss zeigte wenig Verständnis für die Ausweichmanöver des Staatssekretärs. Der Strom komme nicht einfach aus der Steckdose, er müsse erzeugt werden. Er habe kein Verständnis, warum die Kommune es ihm nicht erlaube, die leistungsstärkste Wind-energieanlage auf seinem Firmengelände aufzustellen. „Die restriktiven Höhenbegrenzungen bremsen den weiteren Ausbau und vor allem auch das Repowering der Windenergie in Thüringen aus. Die Empfehlungen des Landesentwicklungsplans führen dazu, dass Thüringen sein Potenzial verschenkt“, so Werner. Juckenack kündigte noch für dieses Jahr ein neues Energieprogramm der Landesregierung an, das derzeit interministeriell beraten werde. Es bleibt abzuwarten, was daraus für die Windenergie und für den Stromtrassenausbau in Thüringen folgt. Nach zahlreichen Wortmeldungen aus dem Auditorium – unter anderem von der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Katrin Göring-Eckhardt, endete das Wirtschaftsgespräch. 

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